++ Feuerwehrübergreifende Übung auf der Lupburg Burg ++
17.04.2026
Es wäre ein echtes Horrorszenario, wenn der Ernstfall so eintreten würde, wie er am vergangenen Freitag geübt wurde. Die freiwillige Feuerwehr Lupburg hat zu einer ganz besonderen Großübung eingeladen. Pünktlich um 18 Uhr wurde ein Blitzeinschlag auf der Lupburger Burg gemeldet. Es solle mehrere Brandherde geben und einige Personen vermisst sein. So lautete die Alarmierung.
Den Blitzeinschlag gab es vor einiger Zeit ja tatsächlich, doch nicht mit solchen eklatanten Ausmaßen, wie im Szenario angenommen. Alarmiert wurden die Lupburger Feuerwehr, sowie die Degerndorfer und Seer Kameradinnen und Kameraden. Außerdem wurde die Parsberger Feuerwehr mit Drehleiter und Tanklöschwagen angefordert. Insgesamt waren rund 75 ehrenamtliche Feuerwehrleute im Übungseinsatz.
Christian Ebel, dritter Kommandant der Lupburger Wehr, hat sich bereits drei Wochen lang mit dem Szenario auseinandergesetzt und vorbereitet. Unterstützt wurde er dabei von Markus Rösner. Im Vorfeld musste man sich nicht nur das Szenario überlegen, sondern auch schauen, dass kein Chaos entsteht und alles gut getaktet und geplant abläuft. So wurde auch mit den jeweiligen Gruppenführern schon vorab alles Wichtige besprochen. Wie wichtig eine strukturierte Übung ist, wurde schon allein bei der Anfahrt der zahlreichen und vor allem großen Feuerwehrfahrzeuge ersichtlich. Zwar war das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (kurz HLF) der Lupburger Wehr schneller am Einsatzort, doch musste ja die Drehleiter der Parsberger Wehr auch hinauf auf den Burgberg. Diese brauchte zum Retten der vermissten Personen schließlich den meisten Platz vor der Burg. So wurden auch die weiteren Bereitstellungsplätze schon im Vorfeld ausgesucht. Parsberg kam zudem mit ihrem Wechselladerfahrzeug, dass eine Wasserreserve vorhielt, dieses war aber in Warteposition an der Bushaltestelle abgestellt.
Bereits Tage vorher wurde auf den Social-Media-Kanälen auf die Übung hingewiesen und auch Zuschauer waren gerne willkommen. Zuschauer kamen viele. Auch Martinshorn und Sirenen bei der Anfahrt lockten noch weitere Lupburger und auch Parsberger an. Die Lupburger Burg hat ja eine kleine Tribüne, die bereits kurz vor Beginn vollbesetzt war mit Schaulustigen und vor allem Kindern. Viele Kinder, die auch schon in der Kinderfeuerwehr engagiert sind. Für die war die große Übung natürlich eine Schau und sie kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Gleich zu Beginn rauchte es aus mehreren Stockwerken und am Burgtor wurden die Helfer von einer tiefschwarzen Rauchwolke empfangen.
Was den Zuschauern schnell klar wurde, dass an allen Stellen und Einsatzorten Profis am Werk sind, auf die man sich im Ernstfall jederzeit verlassen kann. Jeder Freiwillige wusste, was er zu tun hatte und die Zusammenarbeit klappte harmonisch Hand in Hand. Bei so einer großen Übung setzt man auch auf einige Spezialeffekte, so wurden Feuer und Rauch simuliert. Einige Räume und Treppenhäuser wurden verraucht, nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für die Feuerwehrler, die unter echten Bedingungen üben konnte. So können zum Beispiel auch die Atemschutzträger sehr realistisch ihren Einsatz abarbeiten, sie sind mit dem schweren Gerät, den Sauerstoffflaschen und der Sichtbehinderung bei einem solchen Einsatz am meisten gefragt. Fanden die Atemschutzträger eine verletzte Person hieß es, diese aus dem verrauchten Zimmer oder Treppenhaus zu bergen. Dies geschah teilweise mit Hilfe der Drehleiter, über eine normale Leiter durch ein Fenster oder auch mittels einer Fluchthaube.
Bürgermeister Manfred Hauser hatte bereits in seiner letzten Gemeinderatssitzung auf die Übung hingewiesen und berichtet, dass das immer seine Horrorvorstellung gewesen wäre, wenn es auf der Burg brennen würde. Auch aus diesem Grund gibt es zum Beispiel an Silvester Einschränkungen dort. Er lobte und dankte die Feuerwehrler für ihren Einsatz für die Bürgerschaft und auch für diese Art der Übungen, die ja auch viel Zeit und Leidenschaft in Anspruch nehmen. Dem schloss sich auch der zukünftige Lupburger Bürgermeister Tobias Hierl an, der bei der Übung vor Ort war und sich von der Leistung der Feuerwehren selbst ein Bild machte. Er möchte sich gar nicht ausmalen, sollte es einmal dazu kommen, doch weiß er, dass man sich auf die freiwilligen Helfer immer verlassen kann. (ucv)